Verlage vor großen Veränderungen

Das 2. Forum Verlagsherstellung der Frankfurter Buchmesse 2006 eröffnet Volker Neumann mit der Feststellung, dass die Verlage vor einer der radikalsten Veränderungen ihres bisher auch schon dynamischen Geschäftes stehen. Ursache hierfür seien die elektronisch verfügbaren  Inhalte.

Merkwürdig: Nur ein Mitglied des Panels betont, dass die digitalen Inhalte auch neue Chancen bieten.

Wie sehr Herstellung in Verlagen schon 2007 auf die beschriebene Herausforderung eingestellt war und welche Antworten sie bereits zu geben in der Lage war, wurde auch beim Panel zur Rolle des Herstellers im Verlag auf der Buchmesse nicht wirklich deutlich.

»Herstellung in Verlagen wird es nur dann noch geben, wenn sie die Rolle des Prozessmanagers ausfüllt, andernfalls wird Herstellung aus den Verlagen heraus verlagert und eingekauft.« war mein im Rahmen der Diskussion eingefordertes Statement.

Meine noch im Vorjahr formulierte Überzeugung, dass das Jahr 2008 würde Antworten geben müssen, weil die Verhältnisse schon deutlich weiter gediehen und eine genauere Bestimmung nicht nur möglich, sondern überfällig sei, hat sich zwischenzeitlich mehr als bestätigt.

Mein Gastvortrag an der HTWK Leipzig hat herausgearbeitet, warum es Herstellung im Sinne eines Blana in Verlagen bald nicht mehr geben wird. Nur eine Minderheit der Studenten war bereit, den Thesen zu folgen.

Die Entwicklung der Traditionsmarke deutschen Publizierens schlechthin, der Brockhaus Enzyklopädie (mehr dazu in den aktuellen Einträgen), machte inzwischen schlagartig klar, dass die heraufziehenden Herausforderungen Antworten brauchen, die nicht unnötig lange auf sich warten lassen dürfen.

Die breite, öffentliche Diskussion ist nun eröffnet.