Der Preis läuft heiß

Angriff auf die Buchpreisbindung

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Wie im gesamten Einzelhandel kennt auch der Buchhändler das Phänomen, dass Kunden mit Ausdrucken kommen und sagen, sie hätten dieses oder jenes Produkt im Netz zu dem Preis gefunden – eine Zwickmühle für den stationären, mittelständischen Buchhandel: Weder kann er einen Nachlass gewähren, noch kann er den Verdacht ausräumen, Bücher seien im Internet grundsätzlich billiger zu haben.

Immer mehr ›Non-Books‹ im Buchhandel
Es geht bei der Auseinandersetzung um jene Glut, die jederzeit zu einem Flächenbrand werden kann: Ähnlich wie beim Urheberrecht herrscht bei der Preisbindung in Zeiten der Gratis-Netzkultur der Eindruck vor, man habe es mit Auslaufmodellen zu tun, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bevor sie verschwänden. Die Preisbindung fördere geradezu die Entwicklung von Monopolen, behaupten ihre Gegner. Freilich liefert der Wettbewerb in Märkten, die keine Preisbindung mehr kennen, ein zwiespältiges Bild.

Es ist nicht so, dass in den Vereinigten Staaten, in England oder in Schweden der Buchmarkt kollabiert wäre, aber er hat sich stark verändert, konzentriert sich im Massenmarkt auf wenige Umsatzbringer – ein Weg, den Deutschlands große Filialisten längst eingehen. Soeben haben die Geschwister Hugendubel, Deutschlands zweitgrößte Buchhändler, dem Branchenmagazin ›Buchreport‹ anvertraut, sie würden künftig weniger Titel und dafür dreißig Prozent ›Non-Books‹ anbieten.

Und hierzulande beschwichtigt der Börsenverein mit dem Argument, eine allzu heftige Preisdebatte könnte die Preisbindung insgesamt gefährden. Im Land der sich auflösenden Gewissheiten und des sich rasant ändernden Geschäftsgebarens lautet die Devise: lieber ganz leise sein, damit man keine Internetriesen weckt. Dass diese keineswegs schlafen, sondern längst die Spielregeln diktieren, macht den Fall so symptomatisch.«

mehr: faz.net

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