»Die Umsätze von früher sind weg«

»Über ein halbes Jahr nach der Ankündigung von massiven Umstrukturierungen und Massenentlassungen haben Maximilian undNina Hugendubel  ihre Klausur beendet. Im Interview mit buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking rekapitulieren die Geschwister erstmals die „Notbremsung“ im Jahr 2009 und zeigen die Perspektiven des gesamten Buchhandels.


Im Nachhinein eine überzogene Reaktion?
Max H.: … auch wenn die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten im Mai vergangenen Jahres der Auslöser waren, um zu handeln, stehen dahinter noch sehr viel grundsätzlichere Überlegungen. Wir sehen schon lange, dass sich ein Strukturwandel abzeichnet, der Buchmarkt enger wird und die Nachfrage in einstmals wichtigen Warengruppen zurückgeht. Diese Veränderungen sind unwiederbringlich. Selbst wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, kommen diese Buchumsätze nicht wieder zurück.

Zu Ihrer Analyse der Branchenentwicklung: In welche Richtung und in welchem Tempo geht es bei dem von Ihnen angesprochenen Strukturwandel des Buchhandels weiter?

Nina H.: Was sich in den letzten zehn Jahren geändert hat, sind die Kunden. Sie verändern ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten viel schneller, als sie das früher getan haben. Die Herausforderung besteht darin, hier mitzuhalten und immer wieder das eigene Auftreten, die Sortimente an die Wünsche des Kunden anzupassen. Für uns ist die Konkurrenz nicht nur der andere Buchhändler, sondern der Einzelhandel insgesamt und alles andere, was man in der Freizeit tut. Wir müssen die Kunden im weitesten Sinne unterhalten. Es muss interessant sein, in die Läden zu gehen, denn kaufen kann man inzwischen auch alles im Internet.
…«

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