Digitaler Gipfel

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… Ecos köstlich geschriebenes Büchlein, in den siebziger Jahren ganz menschenfreundlich für die Massenuniversität und ein Publikum entworfen, das nicht unter Bücherwänden aufwuchs, hält den Zustand von Buch, Papier, Karteikarte, Bleistift, Tinte und Schreibmaschine fest; die modernste Technik, die darin vorkommt, ist der Fotokopierer.

… Der erste Entwurf des Textes entstand oft noch mit dem Füller, die Endfassung dann mit Schreibmaschine und viel Tipp-Ex. Das fertige Buch war zumindest zwei- bis dreimal geschrieben worden, bevor es den Tisch von Gutachter oder Lektor erreichte.

Niemand wird diesen Zuständen nachtrauern. Aber selbst Nachgeborene werden nicht verkennen, dass die umständlichen, umwegigen Lese- und Schreibtechniken, die noch bis gestern die geistige Arbeit bestimmten, auch Methoden der Gedächtnisschulung, Stoffdurchdringung und der Nachdenklichkeit darstellten, die man mit einem ökologischen Begriff von heute ›nachhaltig‹, aber auch ganz altmodisch ›gründlich‹ nennen könnte. Es ist heute unendlich viel leichter an Wissen zu kommen, sich Übersichten zu verschaffen und Fakten mit Zitaten so zu kombinieren, dass so etwas wie ›Text‹ herauskommt. Aber oft handelt es sich nur um Simulationen von Konsistenz, hinter denen gar nichts steckt.
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mehr: Süddeutsche Zeitung Nr. 24 vom 30./31. Januar 2010 (bislang nicht online verfügbar)

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