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Archive für August 2008

Das Buch, das aus dem Äther kam

»… erstmals seit der Einführung solcher Lesegeräte vor etwa zehn Jahren drohen der Kindle und seine Artgenossen wie Sonys Portable Reader, das Cybook oder der iLiad dem gedruckten Buch ernsthafte Konkurrenz zu machen. Dank einer neuen Bildschirmtechnologie, die mit einer Art elektronischer Tinte arbeitet, lässt sich mit den neuen Geräten genauso gut lesen wie am Computerbildschirm und das sogar bei Tageslicht im Freien.

… während die einen freudig vom größten evolutionären Schritt seit Erfindung des Buchdrucks sprechen, fragen sich die anderen besorgt, welche Umwälzungen dem wichtigsten Medium der Kulturgeschichte bevorstehen könnten. Bislang scheint nur eines sicher: All jene, die mit dem Buch zu tun haben, ob sie es schreiben, drucken, binden, verlegen, durchs Land transportieren, verkaufen oder lesen, dürften auf die oder andere Weise von der neuen Technologie berührt werden.

… Aber das e-book droht beileibe nicht nur die derzeitigen ökonomischen Grundlagen unserer Buchkultur in Frage zu stellen. Es könnte den Lesevorgang an sich verändern…

… Wenn Nietzsches Satz, dass unser ›Schreibzeug‹ an unseren Gedanken mitarbeite, zutrifft, dann beeinflussen auch die Medien, mit denen wir lesen, den Prozess unserer Lektüre. Die umwälzenden Veränderungen, die mit der Erfindung der Schreibmaschine verbunden waren, kamen auf den hochgeknöpften Damenschuhen der Sekretärinnen daher, wie der Kulturhistoriker Bruce Bliven gesagt hat. Amazons digitales Lesegerät schleicht sich lautlos im Whispernet heran: Es ist das Buch, das aus dem Äther kam.

…«

mehr: faz.net

Klicken und Kraxeln

»Beim beschleunigten Wandern der Reiseverlage ins Internet legt das Münchener Verlagshaus GeraNova/Bruckmann in der Special-Interest-Ecke einen Schritt zu: Mit der Webseite http://www.planet-outdoor.de hat das Unternehmen … ein Touren- und Ourdoorportal freigeschaltet, das – so die Münchener - ›im Bereich der Online-Datenbanken Maßstäbe setzt‹.

Zu den Touren werden standardisierte GPS-Daten, Google-Maps und Zusatzinformationen angeboten…«

mehr: buchreport.express 35/08, leider nicht online zugänglich

Arbeitsbericht der Preisbindungstreuhänder

»Für Dieter Wallenfels und Christian Russ ist es »ein altes Thema«: Die beiden Preisbindungstreuhänder der Verlage sehen den festen Ladenpreis derzeit weniger von außen als von innen gefährdet. Darauf verweisen sie in ihrem aktuellen Arbeitsbericht (abrufbar unter www.preisbindungsgesetz.de). Dauerbrenner sind Mängelexemplare, im Internet wie in den Läden.
Nahezu täglich würden Informationen darüber eingehen, dass Großmärkte wie Real und Rewe Mängelexemplare verkaufen, die keine sind, so Russ und Wallenfels. Sie setzen nun auf die Arbeit der Börsenvereins-AG Prozesse, Rationalisierung und Organisation, die den Umgang mit Mängelexemplaren im Auftrag des Branchenparlaments analysiert und sich Anfang September wieder trifft.
…«

mehr: boersenblatt.net

Das ist schon eine widersinnige Situation: Ohne die Branchenriesen im Handel haben die großen Verlage schlechte Aussichten für ihren Vertrieb. Sie schlucken jede Kröte, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Die Mittleren und Kleinen glauben an die Buchpreisbindung und versuchen sie einzuklagen - über einen Verband, in dem alle gleichberechtigt vertreten sind. Honi soit qui mal y pense.

Die Treuhänder glauben an die Wirkung von bestehenden Gesetzen. Das erinnert mit Verlaub an die Feststellungen von Jaques Rogge zum Doping bei den olympischen Spielen in Peking. Was zwar mit Händen zu greifen, aber nicht zu beweisen ist, existiert nicht.

De facto gibt es schon jetzt in Deutschland keine Buchpreisbindung mehr. Egal, welches Etikett die versteckten Rabatte tragen. Es nützt niemandem das Kaninchen zu geben, das auf diese Schlange starrt. In aller Regel ist es so, dass faktische, gesellschaftliche Übereinkünfte in Gesetzesform gegossen werden, um ihren Erhalt auf längere Sicht zu gewährleisten. Der umgekehrte Fall kann bestenfalls für die 10 Gebote reklamiert werden.

Ein Preisbindungsgesetz, das nur noch als Hülle existiert, wird irgendwann stillschweigend von der Bühne verschwinden. Erst dann Vorbereitungen für eine »Zeit danach« zu treffen, wäre ein schweres Versäumnis, dem der Verlust der Existenz ohne nennenswerte Verzögerung auf dem Fuße folgen würde.

s. a. die Kommentare auf boersenblatt.net

Nicht mehr täglich

Medienexperte Tom Rosenstiel über die Zukunft von Internet und Zeitung in den USA

»…

SZ: Herr Rosenstiel, das Internet nimmt immer größeren Einfluss auf traditionelle Medien. Wie dramatisch ist die Lage für das Zeitungsgeschäft?

Tom Rosenstiel: Die technologische Revolution, die wir gerade erleben, ist vielleicht nur vergleichbar mit der Erfindung des Telegraphen und der Druckerpresse… Wir nutzen das Internet seit zehn, zwölf Jahren, aber die dramatischen Auswirkungen auf die Ökonimie des Zeitungsgeschäfts erelben wir buchstäblich in diesem Moment…

SZ: Stirbt die gedruckte Zeitung?

Rosenstiel: Das ist sehr kompliziert, weil die Verleger ungefähr 40 Prozent ihrer Fixkosten einsparen könnten, wenn sie die gedruckte Ausgabe aufgäben. Aber genau hier liegt das Problem: Etwa 90 Prozent der Einkünfte der meisten Zeitungen erlösen nach wie vor Printwerbung und Vertrieb, währedn Online nur ein Bruchteil ausmacht. Im Internet kann man von den Lesern keine Zugangsgebühr oder Abonnements verlangen…

SZ: Welche Strategien könnten die Probleme lösen?

Rosenstiel: Eine Lösung könnte im local search liegen, einem regionalen Äquivalent zu Googles Suchmaschine. Eine andere Lösung liegt womöglich in einer Art Vermittlungsgebühr vom Verkäufer oder Dienstleister an die Zeitung für den Fall, dass ich durch die Lektüre geworben wurde. Eine weitere Lösung wäre, eine Zugangsgebühr für Online zu erheben, die in dem preis enthalten ist, den jeder Nutzer monatlich an seinen Provider abführt…«

mehr: Süddeutsche Zeitung vom 27. August 2008 unter Medien

Indien: Deutscher Fachverlag steigt ein

»Der Deutsche Fachverlag (dfv), Frankfurt am Main, hat eine Beteiligung in Höhe von 26 Prozent an der indischen Images Multimedia Group erworben. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, wolle die Frankfurter Verlagsgruppe damit ihre Expansion mit einer Beteiligung in dem “vielversprechenden Wachstumsland Indien” fortsetzen.
Die Images Multimedia Group mit Sitz in Delhi gibt neun Zeitschriften heraus und ist auf Mode- und Handelsthemen spezialisiert. Darüber hinaus organisiert der Verlag wichtige Konferenzen und Branchenveranstaltungen und ist im Bereich Marktforschung aktiv.

Ein weiteres wichtiges Standbein für den Verlag sind große Branchenveranstaltungen. Das India Retail Forum (IRF), eine Kombination aus Kongress, Messe und Preisverleihung, versammelt jährlich rund 1.500 relevante Entscheider aus dem Handel und der Konsumgüterwirtschaft. Für die Modebranche wird jährlich das Images Fashion Forum (IFF) veranstaltet. Die zweitägige Veranstaltung, die ebenfalls mit einer Ausstellung kombiniert wird, zählt etwa 1.300 Teilnehmer. Erstmals stattgefunden hat in diesem Jahr das FoodForum India, eine Veranstaltung, die sich speziell an die Lebensmittelbranche, die Gastronomie und entsprechende Zulieferindustrie richtet.

Für Amitabh Taneja, Verleger und Mehrheitsgesellschafter Images Group, eröffnet die deutsche Beteiligung die Chance, schnell noch weitere Felder der B2B-Kommunikation zu besetzen: “Mit dem dfv zusammen können wir aufgrund des Know-hows und der verlegerischen Ausrichtung auf die gleichen Branchen die Märkte noch effektiver erschließen.”
…«

mehr: Buchmarkt online

Der Deutsche Fachverlag will Großveranstalter werden

»Der Deutsche Fachverlag GmbH, Frankfurt, setzt seine vorsichtige Expansionspolitik konsequent fort. Der Dreiklang Zeitschrift, Internetangebot und Veranstaltung soll im Inland ausgebaut und im Ausland aufgebaut werden.«

mehr: F.A.Z. vom 26.08.2008

Zu viele Menschen, die noch nie ein Hörbuch gehört haben

Lübbe Audio sucht neue Vertriebs- und Marketingwege und kooperiert mit digitalen Vollsortimentanbietern wie web.de und Mobilfunkanbietern … Im Interview erklärt Marc Sieper, Chef von Lübbe Audio, die Hintergründe.

»…
Welche Vorteile haben digitale Vollsortimentanbieter gegenüber den buchaffineren Portalen?
Die Erfahrung haben wir bereits in der Zusammenarbeit mit dem Tonträgerhandel gemacht: Manche Kunden verstehen ein Hörbuch mehr als CD denn als Buch. Die so genannten „Kassettenkinder“ haben ihre »Benjamin Blümchen« und »Die Drei ???«-Kassetten auch immer im Saturn oder bei Karstadt gekauft - auch diese (heute erwachsenen) Kunden sind Teil unserer Zielgruppe. Das Zusammenspiel von Hörbuch und Musik funktioniert, somit ist es nur schlüssig, auch im digitalen Bereich entsprechende Angebote zu schaffen. Und bei einem Vollanbieter können wir weit mehr Kunden mit unseren Titeln konfrontieren, als die bereits bewusst hörbuchaffinen Kunden.

Über Widgets können die Nutzer Lübbe-Hörbücher in Communities hören. Welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Engagement?
Es ist die alte Regel, seine Kunden dort abzuholen, wo sie ohnehin und gerne sind … Fans zu erreichen ist unser Ziel, in der Hoffnung, sie mit einem aufmerksamkeitsstarken Werkzeug, dem Widget, auf unser Thema aufmerksam zu machen. Uns ist übrigens klar, dass es zu solch einem Angebot gehört, auch direkt mit diesen Usern zu kommunizieren, davor scheuen wir uns nicht.

Ab September kann die Serie „Geisterjäger John Sinclair“ per Handy heruntergeladen werden. Welche Perspektive haben Mobile Downloads über Mobiltelefone?
… Für Hörbücher ist der Markt nur aus technischer Sicht noch nicht von großer Relevanz, da bisher Mobile-Downloads in erster Linie per Funk und Satellit angeboten werden. Große Datenmengen (im Schnitt das hundertfache eines Musiktitels) können noch nicht schnell und reibungslos bewältigen werden (oder, siehe UMTS, zu vergleichsweise teuren Konditionen), jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Netzbetreiber auch auf diese Frage passende Antworten haben. Spätestens dann wird der Mobile Download alltäglicher Bestandteil der entsprechenden Generation sein.«

mehr: buchreport online

Online-Produkte stellen Loseblatt in Frage

»…

Im Fachbuchhandel ist beim Thema Erosion im RWS-Segment von drei Entwicklungen die Rede:

  • Arbeitskräfteabbau in den Verwaltungen reduzieren auch den Literaturbedarf.
  • Sparrunden streichen ohne unmittelbare Auswirkung bei Fachinformationen.
  • Der Wechsel zu Online-Abonnements macht sich zunehmend bemerkbar und stellt zum Teil sogar die Fortsetzung von Printprodukten in Frage.

…«

mehr: buchreport online

Mehr Wert via Internet

»…

Web-Portale für Einzeltitel stärken die Marke
… Für die 2005 erschienene 22. Auflage [Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre] wurde erstmals ein spezielles Onlineportal eingerichtet, das sich allerdings auf Angaben zum Inhalt des Buchs beschränkte.
Mit der 23. Auflage ist nicht nur die 1065-seitige BWL-Bibel vollständig neu bearbeitet, sondern auch das Portal deutlich aufgewertet worden…

Eine Besonderheit des Wöhe-Portals ist der geschlossene Dozentenbereich. BWL-Dozenten, die sich registrieren, erhalten die ca. 750 Abbildungen und Schaubilder des Lehrbuchs als Powerpoint-Download, sodass sie die Daten ohne Umstände in ihre Präsentationen integrieren können. Vahlen hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen: Bereits in den ersten drei Monaten haben sich 350 Dozenten registrieren lassen…«

mehr: buchreport.spezial RWS | August 2008

2nd TECH-CYCLE

»Prof. Dr. Christoph Bläsi von der Buchwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg wird sich mit seinen Mitarbeitern in den nächsten Jahren mit der Frage beschäftigen, wie der Einsatz von „mobilen Endgeräten“, z.B. Smartphones, in Buchhandlungen, Verlagen und anderen Medienunternehmen so gestaltet werden kann, dass er positive Effekte zeigt.

Den Rahmen dazu bildet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte, umfangreichere Projekt 2nd TECH-CYCLE, das dieser Tage gestartet wurde.

…«

mehr: buchmarkt online