Archive für März 2008

Jäger und Sammler

Ein Glücksfall für »Bild«: Dank StudiVZ sind privateste Daten und Fotos nur ein paar Mausklicks entfernt.

Eigentlich zählt die Bild-Zeitung zu den verlässlichsten Skandalproduzenten der deutschen Öffentlichkeit. Doch erst in Kombination mit der plauderfreudigen Sozialen-Netzwerkseite StudiVZ dringt das Boulevard-Blatt in das privateste Private der Republik vor - und das ohne großen Aufwand betreiben zu müssen. Denn für ihre Berichterstattung bedient die Bild-Zeitung sich immer öfter privater Daten und Bilder aus dem Online-Netzwerk. StudiVZ bedauert das zwar - will sich aber nicht gegen den Datenklau zur Wehr setzen.

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E-Book-Lesegerät »Kindle« ausverkauft

Offenbar verkauft sich Amazons E-Book-Lesegerät »Kindle« besser als bislang angenommen. Jeff Bezos, Firmengründer und CEO des Unternehmens, schrieb in einem Brief an die Kundschaft, man habe die Nachfrage nach dem Gerät trotz großer Hoffnungen unterschätzt. Am Tag des Verkaufsstart seien die ersten Modelle innerhalb von fünfeinhalb Stunden ausverkauft gewesen. »Seither versuchen wir fieberhaft, unsere Produktionskapazität zu erhöhen«, so Bezos. Derzeit ist der Kindle auf Amazon.com nur vorbestellbar, einen Liefertermin nennt das Unternehmen nicht. Bezos ging in seinem Brief aber davon aus »in den nächsten paar Wochen« wieder Geräte vorrätig zu haben. Das Ziel sei dann, innerhalb von einem Tag jede Bestellung ausliefern zu können.
Genaue Verkaufszahlen nannte Bezos allerdings nicht, was Skeptiker auf den Plan rief - es könne sein, dass Amazon die Gerätezahl verknappt habe. Das Wall Street Journal berichtete von entsprechenden Gerüchten. Denn Amazon habe sich stets geweigert, Umsätze zu beziffern. Andere Branchenbeobachter stellten wiederum eine gute Nachfrage nach dem Gerät im Januar fest, schreibt das Blatt. Auch hätten einige E-Book-Verkäufer berichtet, die Nachfrage sei groß.

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Flash mutiert zum Kontrollformat für Webvideos

»… Auf fast jedem Internet-Computer ist der kostenlose Flash-Player installiert. Mit 98 Prozent gibt der Hersteller Adobe die Verbreitung an. Nun will das Unternehmen diese Markmacht Copyright-Kontrolleuren andienen: Mit der neuen Software “Flash Media Rights Management Server” können sie kontrollieren, wer wie lange welche Flashvideos anschauen darf.

Diese Kontrolle soll auch gegeben sein, wenn Nutzer keine Internetverbindung haben. Adobes Laufzeitumgebung AIR ermöglicht es, Flash-Filmchen ohne Internetanbindung abzuspielen, ohne dass die entsprechende Datei schutzlos auf dem Rechner gespeichert wird. Microsoft hat längst ähnliche Offline-Kontrollmöglichkeiten für sein Konkurrenzformat Silverlight angekündigt.
…«

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»Das nenne ich fatale Arroganz«

Das Buch wird bleiben - auch ohne Papier
Bleibt uns das Buch als Leitmedium erhalten? Oder steuern wir auf die Internetgalaxis zu, in der Wissen in vollkommen anderer Form konfiguriert und konsumiert wird? Moderiert von BÖRSENBLATT-Chefredakteur Torsten Casimir, suchten Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch), Sascha Lobo (Zentrale Intelligenz Agentur) und der Autor Michael Kumpfmüller auf der Leipziger Buchmesse nach Antworten.

Das Ende des Buchs ist nicht besiegelt, auch wenn die Diskussion um das Ende der gedruckten Brockhaus Enzyklopädie in den Feuilletons teilweise apokalyptische Reflexe zeigt. Bücher, die die Welt beweg(t)en lautete der ambivalente Titel des Leipziger Podiums, und die Antworten fielen ebenso konträr aus, wie man es von einer solchen Runde erwarten konnte.

Torsten Casimir sprach noch einen wichtigen Punkt an, der die Kommunikation mit dem Leser betrifft: Wird User generated content die Beziehung zu Autoren und Texten grundlegend verändern?
Michael Kumpfmüller hofft nicht, schon gar nicht, wenn sich alle Welt daran mache, etwa an Harry Potter weiterzuschreiben. »Das wird bald vorbei sein.«
Lobo konterte: »Das nenne ich fatale Arroganz«.
Schlusswort Casimir: »Man soll ein Podium beenden, wenn es emotional am schönsten ist.«

mehr bei boersenblatt.net

Stets zu Diensten

»In Gütersloh prangt das haushohe Transparent mit dem Slogan Mit Ideen punkten am früheren Dienstsitz des neuen Bertelsmann-Chefs Hartmut Ostrowski. Das ist kein Zufall. Denn Europas größter Medienkonzern braucht dringend neue Ideen, um wieder auf den Wachstumspfad zurückzufinden.

Die klassischen Geschäfte für die herkömmlichen Medienkonzerne sind begrenzt. Der neue Bertelsmann-Chef weiß das nur zu gut. Ostrowski baut daher den klassischen Medienriesen nun zu einem digitalen Dienstleistungskonzern um.
…«

mehr bei HANDELSBLATT

Reed Elsevier wird reiner Datenlieferant

Der Verlagskonzern Reed Elsevier hat das Tempo seines Umbaus deutlich beschleunigt. Das britisch-niederländische Unternehmen kündigte an, den US-Datenbankbetreiber Choicepoint für 4,1 Mrd. $ zu übernehmen.

Nach dem kürzlich erfolgten Verkauf seiner Sparte für Lehrmaterialien will Reed Elsevier zudem das Geschäft mit Wirtschaftsinformationen abstoßen. Ein Verkauf des Segments, das bislang rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes beisteuerte, könnte Reed Elsevier nach Schätzungen rund 1 Mrd. Pfund (1,33 Mrd. Euro) einbringen.

Mit diesen Schritten treibt Reed-Elsevier-Vorstandschef Crispin Davis seine Strategie voran, die zwei Ziele verfolgt. Zum einen will er sich von Geschäftsbereichen trennen, deren Ergebnisse zyklischen Schwankungen unterliegen. Gleichzeitig sollen die Produkte des Konzerns über kurz oder lang nur noch online angeboten werden.

Branchenkenner lobten die strategische Neuausrichtung von Reed Elsevier. »Das ist ein vernünftiger Schritt hin zu einem Geschäft, das durch seinen Onlinecharakter mehr den Arbeitsprozessen der Kunden folgt und daher stabiler sein dürfte«, schrieb Merrill Lynch in einer Einschätzung…

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Mensch Mayer!

Sie kennen den Messe-Mayer nicht?

Hier lernen Sie ihn kennen!
Verzichten Sie nicht darauf. Es ist schon Tag zwei und nach Tag vier ist es vorbei.

Digital publishing coming of age

»… As high-speed internet access invades the average household, an odd 320 million households with broadband access in 2007 worldwide, digital publishing (e-books, e-papers, online research papers, etc) is evolving into big business. Publishers are taking their content online to reach out to a wider audience across geographies…

In China, lately, the government decided to supply 165 million students with an e-reader in order to avoid all the physical costs associated with textbooks.
India has been a big beneficiary of digitisation in terms of outsourcing. The Indian publishing industry grew by over 15 per cent this fiscal year…

While STM (science, technology and management) is the core business in digitisation, the literati is not very enthusiastic about e-publishing, reason being the readers’ approach…

Ranjit Singh, president and CEO of Aptara, a leader in content transformation, says: The publishers and authors are not aware of the business model — how the publishers will earn their profit and how the authors will get compensated. Secondly, distribution is another concern as one copy you buy online can be shared with 1 million people unlike a physical book.
And for that matter, ‘profit’ remains a concern to publishers and authors when they think of e-publishing. To tackle this concern, publishing companies are inventing innovative technology…«

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Ostrowski schwört auf Digitalisierung ein

Hartmut Ostrowski (legte) auf der CeBIT … ein leidenschaftliches Bekenntnis zur digitalen Revolution ab. Sie beschere “unendliche Möglichkeiten” … Mit konsequenter Ausrichtung auf den Kunden. Er allein sei das A und O der Wertschöpfungskette: “Die Menschen interessieren sich für Inhalte, nicht für technische Übertragungswege …”

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Frankfurt am Mustopf

Eine horrend spanennde Podiums(!)diskussion zum Thema Literaturstadt Frankfurt wird vom Buchmarkt ausgiebig kommentiert.

Alles, was da gesagt wurde, erklärt, warum Frankfurt nicht das Zeug zur Literaturstadt hat. Mehr Mustopf geht kaum. Unistädte wie Heidelberg, Marburg oder Gießen sind nicht auf dem Radar dieser »Frankfurter Verleger«. Zu weit weg. Dafür wird Offenbach offenbar als deutlich zu nahe Proletenstadt empfunden.

In Bankenvierteln liest man viel, nur eben andere Bücher. Da macht eine Buchmesse keinen Sommer. Wenn gesellschaftliche Spannungsfelder nicht einmal in ernsthafte Diskussion um Literatur münden, wo lebt man dann?

Statt der Feststellung »Das wird mir jetzt zu harmonisch.« wäre wohl ein  echter Weckruf angebracht gewesen. Oder junge Autoren auf dem Podium.